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SAFETY MANAGEMENT

In sozio-technischen Systemen, die durch eine hohe Komplexität sowie eine enge Kopplung von organisatorischen, technischen und menschlichen Komponenten gekennzeichnet sind, kommt dem Sicherheitsmanagement eine herausragende Bedeutung zu. Traditionell wurde Sicherheit primär retrospektiv betrachtet, indem Vorfälle, Störungen und Unfälle analysiert wurden. Sicherheit wurde somit überwiegend als Abwesenheit von Fehlfunktionen interpretiert und anhand unerwünschter Ereignisse bewertet.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich jedoch ein grundlegender Paradigmenwechsel vollzogen. Anstelle einer ausschließlich defizitorientierten Betrachtung rückt zunehmend die Frage in den Fokus, welche Faktoren den sicheren und erfolgreichen Betrieb eines Systems ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fähigkeiten eines Systems, unter variierenden und oftmals unvorhersehbaren Bedingungen seine Funktionen aufrechtzuerhalten, sich an Veränderungen anzupassen und Leistungsfähigkeit trotz potenzieller Störungen sicherzustellen.

Diese Perspektive wird maßgeblich durch den Forschungs- und Anwendungsbereich des Resilience Engineering geprägt. Resilience Engineering versteht Sicherheit nicht allein als das Ausbleiben von Fehlern, sondern als die Fähigkeit eines Systems, auf betriebliche Variabilität zu reagieren, sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und auch unter kritischen Bedingungen erfolgreich zu funktionieren. Der Fokus liegt demnach auf den Mechanismen und Voraussetzungen, die alltäglichen betrieblichen Erfolg ermöglichen, anstatt ausschließlich die Ursachen von Misserfolg zu untersuchen.

 

Vor diesem Hintergrund sollen die nachfolgend vorgestellten Ansätze und Methoden Entscheidungsträger sowie Verantwortliche im Sicherheitsmanagement dabei unterstützen, die für den Systemerfolg relevanten Funktionen, Wechselwirkungen und Leistungsindikatoren systematisch zu identifizieren. Durch die Anwendung geeigneter und betriebsspezifisch angepasster Verfahren können die maßgeblichen Erfolgsfaktoren analysiert und gezielt weiterentwickelt werden. Hierdurch wird eine fundierte Grundlage geschaffen, um die Sicherheit, Anpassungsfähigkeit und Resilienz sozio-technischer Systeme nachhaltig zu stärken.

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